Ferien!
Mein Kleiner ist bald vier Jahre alt. Er liebt es mit anderen
Kindern zu spielen. So traf es sich gut, dass mir ein Heftchen mit dem
Titel
"Purkersdorfer Familiensommer"
in die Hände fiel. Dort stand auch
"Volkspartei Purkersdorf". Nun, meinem Sohn ist es egal, welcher
Couleur die Veranstalter zugehörig sind. Mir auch, denn ich finde im Kreise der
Nachbarn und Freunde ist dies kein Kriterium, um sich zu Veranstaltungen für
Kinder zu begeben. Es geht um die Kinder, nicht um meinen politischen
Geschmack. Also: Ab dorthin!
Schon ganz vorne in der Broschüre stand
"Dinosaurier-Party"! 15h-18h auf der Pfarrwiese.
Super, also nicht weit. Mein Kleiner war
schon sehr aufgeregt, denn er liebt Saurier über alles. Das Wetter spielte mit,
Glück muss man haben. Nun zogen wir los, und waren bald da. Am Eingang zur
Wiese standen ein kleines Tischlein, ein leerer Sessel und viele, viele
Werbeflyer am Tischlein. Nach längerem Warten und nachdem auch schon andere
Eltern mit ihrem Kindern eine Schlange bildeten, kam eine nette Frau herbei
geeilt, sie entschuldige sich. Alles klar. Also rasch 2.50€ Eintritt für mein
Kind bezahlt, und ab auf die Veranstaltung.
Wir standen vor der Pfarrwiese. Rechter
Hand eine Hüpfburg, irgendwelche lustigen Hexen oder Monster waren darauf
abgebildet - vermutlich ein Geisterschloss. Links ein kleiner Mini-Stand, wo
man Leitungswasser bekam. Vor uns - Wiese. Ja, und ein paar Plastik Kegeln und
Küberl, welche über einen Teil der Wiese verstreut lagen. „Papa, wo sind
die Saurier?“ Ich hatte Erklärungsnot. Tatsächlich war weit und breit nicht
einmal eine einzige Schuppe eines Sauriers zu sehen, nicht einmal im Ansatz.
Nachdem ich meinen Sohn überreden konnte, erst einmal mit der Hüpfburg vorlieb
zu nehmen, schaute ich mich um.
Tatsächlich standen hinten noch ein paar Tische, welche mit Eltern
bestückt waren. Vereinzelt schnitten und malten Kinder dort auch auf
Papierbögen. Die Plastik-Teile auf der Wiese sollten einen Hindernis Parcours
darstellen. Um die Kegeln, über die Küberl. Wer diese kreative Idee hatte, ist
bestimmt kinderlos. Kaum ein Kind versuchte es dort. Es scheiterte schon
alleine am Umstand, dass die wohl für den reibungslosen Ablauf verantwortlichen
Damen meist in Gespräche vertieft waren.
Da mein Sohn plötzlich Hunger bekam, sah ich mich beim Wasser
Stand um. Keine Nahrungsmittel. Also vertraute ich meinen Kleinen einer
Bekannten an, damit ich heimlaufen konnte um meinem Sohn essen zu bringen. Wer
rechnet damit, bei einer derart angepriesenen Veranstaltung sein Essen mitnehmen
zu müssen? Es wäre wohl kaum zu viel verlangt gewesen, hier vielleicht
verpackte Sandwiches, oder zumindest Powerriegel oder sonst irgendetwas Essbares
anzubieten. Die Organisation dafür hätte kurz gedauert und nichts gekostet,
denn gerne hätte ich auch bezahlt. Den Erlös hätte man der Kirche spenden
können, oder was auch immer damit machen. Das ist ein Zeichen für mich, dass
hier halbherzig schnell mal eine „Veranstaltung“ aus dem Ärmel geschüttelt
wurde, ohne nachzudenken. Da auf den Shirts aller dort tätigen Personen das ÖVP
Zeichen prangte, ist das wohl eher keine gute Werbung.
Am Ende saßen alle Erwachsenen irgendwo auf Tischen und
unterhielten sich, während die Kinder sich alleine auf der Wiese zu unterhalten
suchten. Das war kein Kindernachmittag, sondern eher ein Elterntreff. Er hätte
als solcher deklariert werden sollen, dann wäre das auch ok gewesen. So aber
war schließlich jeder Besuch des Spielplatzes beim Tennisplatz weit aufregender
als dieser Nachmittag, den wir auf Wunsch meines Kindes sehr früh beendeten.
Wofür wir die 2.50€ bezahlt haben, entzieht sich meiner Vorstellung.
Tomas Rührer

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